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DIE LINKE vor Lafontaine-Comeback?
Dies die erfreulichste
Nachricht am Tag der deutschen Einheit, verbreitet von Spiegel-Online am
3.Oktober 2011:
„Sein Job als Fraktionschef
der saarländischen Linken genügt ihm offenbar nicht mehr: Oskar Lafontaine
drängt auf die politische Bühne in Berlin zurück - nach Informationen von
SPIEGEL ONLINE will der 68-Jährige 2013 wieder für den Bundestag kandidieren.
Auch von einer führenden Rolle ist die Rede.“
Bei aller gebotenen Skepsis angesichts solcher
Botschaft ausgerechnet vom SPIEGEL, aber ein bisschen träumen darf man schon!
Träumen wir denn also von einer Rückkehr Oskar Lafontaines
in die Bundespolitik, was eine Rückkehr an eine führende Position in der LINKEN
ja wohl einschließen würde.
Kein Zweifel: Lafontaine, diese lebende Legende
aufrechter Politik, hätte im Bundestags-Wahlkampf 2013 keinen vergleichbaren
Konkurrenten. Es sei denn, die Munkelei stimmt, dass Gerhard Schröder angeblich
für die SPD auf die politische Bühne zurück wolle. Diese Konstellation würde
den Wahlkampf merklich spannender machen. Doch wie auch immer: Persönlichkeiten
wie Lafontaine und Gysi wären einsame Spitze. Machen wir uns doch nichts vor:
Noch immer spielen charismatische Persönlichkeiten in der Politik eine geradezu
entscheidende Rolle. Selbstverständlich darf Verehrung nicht in Personenkult
ausarten. Aber reiche Erfahrung in Strategie und Taktik der Politik und die
Fähigkeit, allgemeiner politischer Manipulation mit Klarheit zu begegnen,
zeichnen sowohl Lafontaine als auch Gysi aus.
Der LINKEN würde die „Auffrischung“ durch einen
erfahrenen Politiker ausgesprochen gut tun, und gewiss auch das, was Lafontaine
an politischer Konsequenz einbringen würde. Wohin die sogenannten „Reformer“
die Partei bringen, ist ja in Berlin bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus deutlich
genug geworden.
Oskar Lafontaine, erfreulicherweise offenbar gut
genesen, hat sich ohnehin einen besseren Abgang aus der Politik verdient als
dies durch die Erkrankung erzwungen schien. Ihm ist zu wünschen, dass seine
Geradlinigkeit (insbesondere in Fragen deutscher und europäischer
Finanzpolitik) und seine politische Logik in Fragen der Sozialpolitik ein
neuerliches Erstarken der LINKEN bewirkt.
Berlin, 3. Oktober 2011